Bockjagd in Polen 2026

“Die Stunde der Wahrheit”. Erstellung des Jagdprotokolls und Abrechnung am Morgen unserer Abreise. Aber wie sagt Jagdfreund Richard immer so richtig: Ein kurzer schmerzhafter Moment des Bezahlens, aber eine lebenslange Freude an den guten Trophäen!

Herangeblattet und dann mit einem Schnappschuss vom Pirschstock aus auf 30 m im hohen Getreide erlegt. Ein aufregendes Erlebnis wie es schöner nicht sein konnte. Und wie haben wir uns dann gefreut, über die reife kapitale Krone und dass wir, obwohl es dann sehr schnell gehen musste, richtig angesprochen haben. Ein richtig alter Bock mit sehr guten Rosen. Da saß natürlich auch Gewicht drin, 540 Gramm netto.

Groß war unsere Freude über dieses Jagdglück. Ein richtig guter Bock an dem alles stimmt. Schöne Form, gut geperlte dunkle Stangen und gute Rosen. Auch wieder ein völlig unbekannter Bock. Das sind die Überraschungen, die wir an der Jagd zur Blattzeit so lieben. Es kann zu jeder Stunde etwas besonderes passieren.

Und wieder ward es Frühling und voller Vorfreude und großer Erwartungen starteten wir am 10. Mai in Richtung Süd-Polen. Um es vorweg zu nehmen, unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, waren doch die erlegten Böcke besser als in den Vorjahren. Und das, obwohl das Wetter nicht gerade optimal für die Bockjagd war. Es war für die Jahreszeit viel zu kalt. Das hatte natürlich den Vorteil, dass die Vegetation außergewöhnlich niedrig war. Noch wenige Tage vor unserer Ankunft gab es regelmäßig Nachtfröste und auch während unseres Jagdaufenthaltes mussten wir uns ständig recht warm anziehen.

Wie gesagt, die Böcke waren für die dortige Region nicht schlecht und entsprachen den Erwartungen der Jäger. Nachfolgend einige Impressionen.

Wie heißt es so schön: wenn es Brei regnet, dann musst Du den Löffel hinhalten. Das habe ich am Morgen des 4. August getan und konnte diesen kapitalen Bock erlegen. Auch ihn haben wir aus größerer Entfernung heran geblattet. Und was waren das für spannende Minuten, bis er endlich auf Schussentfernung heran war. Die Kipplaufbüchse lag sicher auf dem Pirschstock und der Schuss auf ca. 150 m war dann kein großes Kunststück mehr. Wir gönnten der Teckeline “Baster” noch eine kleine Totsuche, der Bock lag nach einigen Todesfluchten.

Aber nicht nur ich, auch meine Mitjäger hatten immer guten Anblick und erlegten tolle Böcke.

Bild rechts: Der beste Bock fiel am letzten Abend unseres Jagdaufenthaltes. Jagdfreund Jörg hatte das Glück, diesen absoluten Urbock zu erlegen. Im Mai hatten schon mehrere Jäger auf ihn gejagt, aber er war verschwunden.

Jörg ist zwar noch recht jung, aber es könnte gut sein, dass es sein Lebensbock bleibt. Eine wirklich beeindruckende Krone. Mit Abstand der beste Bock meiner Kunden in diesem Jahr.

Kurz vor unserer Abreise. Abschlussfoto mit unserer Gesamtstrecke von 34 Böcken. Eine wahrlich stolze Ausbeute! Das Durchschnittsgewicht der Trophäen lag bei 410 Gramm netto. Das entspricht dem langjährigen Durchschnitt und ist wieder einmal ein Beweis für die unglaubliche Qualität der dortigen Reviere. Wer Interesse hat auch einmal mit mir dort auf starke Böcke zu jagen, bitte bald melden. Wir fahren immer nur mit kleinen Gruppen von 6-7 Jägern und die meisten Plätze sind von Stammgästen belegt. Wer alleine oder mit einigen Jagdfreunden selbst anreisen will, jederzeit gerne.

Das wars mit der Bockjagd im Jahr 2026. Jetzt müssen wir wieder bis zum Mai nächsten Jahres warten. Aber die starken Böcke hängen in unseren Jagdzimmern und erinnern uns jeden Tag an die großartigen Erlebnisse in diesen traumhaften Jagdgefilden. Vielen Dank nochmals an unsere polnischen Jagdfreunde. Wir wissen es zu schätzen, dass sie uns das ermöglichen und uns teilhaben lassen an ihren unglaublichen jagdlichen Möglichkeiten, von denen wir hier zu Hause nur träumen können. Bleibt gesund und “Darz Bor” für den Rest der Jagdsaison.

Leider waren die Jagdtage wieder viel zu schnell vorbei. Aber mit den 26 von der Gruppe erlegten Böcken reisten wieder viele schöne Erlebnisse mit nach Hause, von denen man dann das ganze Jahr über zehren kann. Das Durchschnittsgewicht der Böcke lag bei 290 Gramm netto. Der beste Bock hatte 406 Gramm netto.

Kaum am 15. Mai abends zu Hause angekommen, ging es am 18. Mai schon wieder los in die Top-Reviere Süd-Ost Polens. Ab dem 10. Mai zählt jeder Tag, gilt es doch die besten Tage für die Frühjahrsjagd zu nutzen immer in der Hoffnung, dass die Vegetation bei der zweiten Tour nicht schon zu hoch ist. Aber durch das kalte und sehr trockene Frühjahr war auch hier die Vegetation weit zurück und bereitete bei der Jagd keine Schwierigkeiten.

Bild links: Sonnenaufgang über der Ukraine am 20. Mai 2026.

Der 20. Mai, unser erster Jagdmorgen, brachte gleich guten Erfolg. Es lagen vier gute Böcke.

“ Das Waidwerk ist aus einem Grunde, so unsagbar schön zu jeder Zeit, es hält für Dich zu jeder Stunde ein ungeahntes Glück bereit.”

Ein solches Glück ist mir auf der Frühpirsch am 23. Mai zuteil geworden. Ich konnte einen bis dato unbekannten und richtig guten Bock erlegen. Und das alles bei Kuckucksruf und wunderbarem Vogelkonzert an einem strahlenden Maienmorgen, wie er schöner nicht sein kann. Wieder einmal eine Sternstunde in meinem Jägerleben. Es war ein recht riskanter Schuss auf gemessene 270 m, aber wir kamen eben nicht näher ran. Ich wusste zwar, dass es ein guter Bock ist aber die wirkliche Stärke erkannten wir erst, als wir an ihn herantraten.

28 cm hoch und

540 Gramm netto.

Nachfolgend weitere gute Böcke unserer Gruppe im Mai 2026.

Das Durchschnittsgewicht der Trophäen lag bei knapp 400 Gramm netto, also doch um einiges niedriger als in den Vorjahren. Aber das ist ja immer noch sehr beachtlich. Wir sind halt durch die vielen kapitalen Böcke der vergangenen Jahre sehr verwöhnt und pardonieren manchen Bock, nach dem man sich in anderen Regionen Polens die Finger lecken würde.

Die Jagd war im Mai 2026 nicht einfach. Meiner Meinung nach, aber das ist auch nur eine Vermutung, war die Vegetation schon wieder zu niedrig. Man hat viel weibliches Wild und junge Böcke gesehen, aber die alten Böcke waren oft nicht sichtbar. Der alte Bock fühlt sich nicht wohl, wenn das Gras zu niedrig ist. Er ist immer noch sehr heimlich, kommt abends meist erst im letzten Licht und zieht früh morgens schon wieder ein. Das ist meine Beobachtung seit vielen Jahren und ich glaube, da ist was dran. Mal ist die Vegetation zu hoch, mal zu niedrig. Irgend eine Ausrede muss man ja haben, wenn es mal nicht wunschgemäß klappt. Aber die alten Böcke waren ja da, das hat dann später im August die Blattzeit bestätigt. Da kam dann der eine oder andere Kapitale zur Strecke, auf den im Mai vergeblich gejagt wurde.

Und auch unser Senior Erich war wieder zu unserer aller Freude erfolgreich.

Schön war es wieder im Mai 2026 dort hinten in Süd-Ost Polen an der ukrainischen Grenze. Aber bald sind wir ja wieder da, zur Blattzeit!

Blattzeit 2026 in Süd-Ost Polen

Hochsommer, große Hitze und durch weitestgehend abgemähte Felder gute Sicht. Das waren ideale Bedingungen für die Jagd auf starke Böcke, als wir mit unserer kleinen Gruppe am 02. August in unserem Quartier in der Nähe von Chelm ankamen. Und dann waren sie auch da, die alten und heimlichen Böcke, die wir im Mai vergeblich gesucht hatten. Wir erlebten wieder eine traumhafte Bockjagd, beschenkt mit vielen unvergesslichen Erlebnissen in einer um diese Jahreszeit immer wieder faszinierenden Natur.

Eine halbe Stunde später, ist uns dann dieser starke Bock aufs Blatt gesprungen. Wir haben ihn zusammen mit einer Ricke in ein Sonnenblumenfeld einwechseln sehen. Ich hielt es für unwahrscheinlich, dass er springt solange er bei der Ricke steht. Aber mein Jagdführer Marcin war anderer Meinung und schon nach wenigen Fieptönen stand der Bock am Rand des Sonnenblumenfeldes. Das war sein Fehler. Ich war vorbereitet und auf 80 m lag er im Feuer.

Dieser Abend des 3. August 2026 wird mir wohl unvergesslich bleiben. Noch nie habe ich innerhalb einer Stunde zwei solch kapitale Böcke erlegt. Aber wie es eben so ist, man muss halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und wenn sich einem dann Diana auf den Schoß setzt, dann muss man eben auch mal unter den Rock greifen!

Sonnenuntergang im Rehrevier.

Sehr erfreulich war auch wieder der hohe Anteil richtig reifer Böcke.

Am Abend der Erlegung. Jörg steht noch sichtlich unter Schock. Abgerechnet wurde der Bock am nächsten Tag nach entsprechenden Abzügen mit 615 Gramm netto.